Tatüü, tataa, die Feuerwehr ist da!

Seit diesem Schuljahr gibt es bei uns eine Arbeitsgemeinschaft Feuerwehr. Gemeinsam mit dem Kreisfeuerwehrverband und unseren anliegenden Feuerwehren wurde ein Projekt gestartet, das an ausgewählten Schulen stattfindet. Und wir gehören dazu! Gestern war die Eröffnung, von der auch der Nordkurier berichtete.

Frau Bärbel Gudat hat dazu einen Bericht verfasst, der hier steht (Quelle: Nordkurier, Treptower Tageblatt, 23. August 2019, Seite 15, Artikelansicht):

Unterrichtspremiere mit Überraschung

Victoria Stoll hatte sich auf ihre erste Stunde im Fach Feuerwehr vorbereitet und auch schon Anschauungsmaterial mitgebracht.  Doch das blieb im Klassenraum, weil es auf dem Schulhof etwas viel Interessanteres  zu sehen gab.


Klaus-Peter Laatz nahm sich viel Zeit, um den Schülern alles genau zu erklären.

Rosenow. Bis kurz vor 13 Uhr war alles klar: Mit der Leiterin des Schulzentrums in Rosenow, Manuela Meissner, war der Feuerwehrunterricht abgesprochen. Die Liste mit den Namen der teilnehmenden Schüler an Victoria Stoll übergeben. Elf Jungen und zwei Mädchen von der 3. bis zur 6. Klasse haben sich für den Feuerwehrunterricht an der Rosenower Schule eingeschrieben. „Die Schüler konnten frei wählen“, sagte die Schulleiterin. Sie hätten ein paar Tage bis zu endgültigen Entscheidung Zeit gehabt, in der sie sich mit ihren Eltern beraten konnten.
In ihrer ersten Stunde sollte es um das Ehrenamt gehen, nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch beim THW oder dem DRK. Für Victoria Stoll war klar, ein bisschen Theorie muss sein, aber Kinder wollen vor allem anfassen und ausprobieren. Deshalb lag schon ein grellgelber Feuerwehrhelm, Jacken und eine Atemluftflasche im Klassenzimmer.
Auch die beiden Ortswehren rückten zur Premiere an
Die 34-jährige Victoria Stoll ist für das Projekt Feuerwehrunterricht beim Kreisfeuerwehrverband eingestellt (der Nordkurier berichtete). Außer in Rosenow gibt es den Unterricht noch in Stavenhagen, Röbel und Malchow. Victoria Stoll selbst ist seit 2008 Feuerwehrfrau in Groß Plasten und in Kittendorf. „Ich wohne genau in der Mitte. Wenn es Einsätze gibt, dann fahre ich  bei beiden mit.“ Die Ausbildung bestreitet sie jedoch in Groß Plasten. Die Projektverantwortliche ist selbst begeisterte Feuerwehrfrau, aber eher zufällig dazugekommen. Als sie vor Jahren die Knirpse der Jugendgruppe trainieren sah, war sie begeistert, was die können. Irgendwann fehlte mal ein Betreuer und die junge Frau sprang ein. Der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist sie über die Jahre treu geblieben. Sie ist auch Rettungsschwimmerin, betreut Jugendgruppen, wenn sie ins Zeltlager fahren. Bei den Großen kümmert sie sich um die Sprechfunkausbildung. Einen kleinen vierjährigen Feuerwehrmann habe sie außerdem zu Hause. Für die Bambinis ist ihr Sohn noch zu klein, eine Uniform habe sie ihm schon besorgt.
Als sich die Jungen und Mädchen der Rosenower Schule an diesem Nachmittag dann zum Unterricht einfanden, stellte sich schon vor Beginn heraus, dass Victoria Stoll richtig lag. Friedrich und Fabian wollten gleich wissen, ob sie den Helm aufsetzen dürfen. „Und auch die Jacke anziehen?“, schob Fabian fragend gleich hinterher.
Doch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Rosenow und aus Luplow sorgten für eine Überraschung, von der selbst Victoria Stoll nichts wusste. Bei den Feuerwehrleuten bestimmt die Lage, lautete nur ihr entspannter Kommentar. Für Rosenows Bürgermeister und Feuerwehrmann Norbert Stettin war nämlich klar: „Bei der Premierenstunde sind wir dabei.“ Schließlich waren die Rosenower Ideengeber für das Projekt. Mit drei Fahrzeugen rückten die beiden Ortswehren an. Im Klassenzimmer gab es kein Halten mehr, als Victoria Stoll die wohl eher rhetorische Frage stellte, ob man denn nach draußen gehen wolle.
Dirk Stüber von der Luplower Wehr und Klaus-Peter Laatz von den Rosenowern übernahmen dann die Erklärungen an den Fahrzeugen. Es durfte alles angefasst werden. Ganz besonders toll fanden die Schüler, dass sie selbst auf das Dach der roten Autos steigen durften. Das war noch besser, als sich mal auf die Plätze des Angriffstrupps, des Maschinisten oder des Zugführers zu setzen und das Martinshorn zu betätigen. So verging die erste Feuerwehr-Unterrichtsstunde wie im Flug.
Bis zum Ende des Schuljahres werden sich die Jungen Brandschutzhelfer des Schulzentrums Rosenow immer donnerstags mit Victoria Stoll treffen. Und eins ist klar, die Feuerwehrleute haben für den Nachwuchs noch weitere Überraschungen in petto.
(Hier ist der Artikel zu Ende. Weitere Fotos hängen in der Schule aus, dort auch die Zeitungsversion einsehbar)

Der Artikel Tatüü, tataa, die Feuerwehr ist da! wurde am 23. August 2019 veröffentlicht.

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